Ein Bericht von Phineas Baumgarten, Klasse 8b
Beim „Forumtheater“ der Wilden Bühne erlebten wir Achtklässler des GT, wie Suchtprävention schülernah und kreativ vermittelt werden kann. Dazu besuchten wir am 9. März im Rahmen der Modul- und Methodentage (MuM-Tage) eine Aufführung der Wilden Bühne im kleinen Saal des Trossinger Konzerthauses.
Von Beginn an war das Theater nicht nur aufs Zuschauen beschränkt, sondern animierte uns Schüler zum Mitmachen. Das fing bereits mit einem Warm-Up an, bei dem die fünf Schauspieler jeweils eine Emotion vorführten, die wir Schüler zunächst erkennen und anschließend gemeinsam nachahmen sollten. Das Spektrum der Emotionen reichte dabei von Trotz und Schadenfreude über Erstaunen und Zuversicht bis hin zu Liebe.
Anschließend spielten die Schauspieler verschiedene Szenen zu alltäglichen Situationen. Das Theater war auf verschiedene Weise besonders. Zum einen handelt es sich bei den Schauspielern um ehemalige Betroffene einer Sucht, was für uns als Schüler für eine große Authentizität gesorgt hat. Zum anderen war es nicht einfach nur ein Theaterstück, sondern wir Schüler konnten jeweils in einem zweiten Durchgang jeder Szene den Handlungsverlauf beeinflussen und mitgestalten.
In der ersten Szene ging es darum, dass ein peinliches Video von einer Schülerin heimlich in der Klasse gefilmt wurde und ins Internet gestellt wurde. Während sich der Tatverantwortliche zunächst in seinem Freundeskreis über die Situation lustig machte, eskalierte die Szene schließlich in einem Streit zwischen Täter und Opfer, bei dem das Opfer den Kürzeren zog. Danach überlegten wir, wie die Szene durch kleine Veränderungen einen positiven Verlauf nehmen könnte und probierten eine Variante aus, in der die Freundin des Täters nicht mitlachen, sondern für das Opfer Partei ergreifen würde. Dabei durfte ein Schüler von uns auf die Bühne kommen und die neue Rolle der Freundin übernehmen, während die Schauspieler entsprechend auf die Handlungsveränderungen reagierten und improvisierten. So konnten wir die Szene gemeinsam zu einem guten Ende führen.
Ähnlich verfuhren wir mit den Szenen zwei und drei: In Szene zwei ging es um die Verbreitung von Nacktbildern, in Szene drei wurde die Spielsucht eines Jugendlichen thematisiert. Beide Szenen endeten im ersten Durchgang nicht gut. Mit unserer Hilfe aus dem Publikum und unseren gemeinsamen Überlegungen, welche Person eine kleine Handlungsänderung vornehmen könnte, konnten wir auch diese Szenen zum Guten wenden.
Begleitet wurde die Veranstaltung auch noch von Herrn Schön von der Polizei, den wir bereits in Klasse 5 bei einem MuM-Tag kennengelernt hatten. Er erläuterte uns die rechtlichen Grundlagen zur Verletzung von Rechten bei Bild- und Video-Aufnahmen und beantwortete unsere Fragen rund um Datenschutz.
Durch das Spiel mit den verschiedenen Szenen ist deutlich geworden, dass es schon sehr viel hilft, wenn nur eine Person sich anders verhält und in Konfliktsituationen ihr Handeln überdenkt. Außerdem muss man Probleme und Herausforderungen nicht alleine lösen muss, sondern man kann sich Hilfe suchen, sei es von Freunden oder Familie.
Außerdem war unser Klassenlehrer stolz auf uns, weil wir die ganze Zeit über gut aufgepasst hatten. Im Unterricht konnten wir das Projekt noch kurz reflektieren und waren uns einig, dass es insgesamt Spaß gemacht hat, ein so kompliziertes Thema kreativ anzugehen.






