Ein Artikel von Jennifer Miller und Tom Zumkeller, JS1

Erstmals gab es für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 bis 11 des Gymnasiums Trossingen im April die Möglichkeit, an einem Schüleraustausch mit der Stadt Danzig in Polen teilzunehmen. In Gastfamilien untergebracht lernten sie dabei die polnische Kultur kennen und knüpften Freundschaften. Gleichzeitig kamen die englischen Sprachkenntnisse der letzten fünf bis sieben Schuljahre zum Einsatz.

Während gerade jetzt im Mai bereits der Gegenbesuch stattfindet und die polnischen Schüler bei uns in Trossingen zu Gast sind, fällt der Blick auch zurück auf die schöne Zeit im April – ein Rückblick:

Die Ankunft in Danzig am Samstagmorgen wurde nach der langen Busfahrt mit einem großen Willkommensfrühstück gefeiert, bevor die Schüler ihre Gastfamilien kennenlernten und mit ihnen den Nachmittag verbrachten. Gemeinsame Spiele am Strand und Stadterkundigen am Sonntag rundeten das Wochenende ab.

Der Montag startete ganz im Sinne der Wissenschaft: Als Wochenaufgabe sollten die Schüler mit Hilfe von Wasserproben aus verschiedenen Gewässern herausfinden, wie stark das Wasser in Danzig verschmutzt ist und mögliche Lösungsansätze zur Vermeidung des Problems finden. So gab es als erstes an der polnischen technologischen Universität einen Vortrag zum Thema Wasserverschmutzung. Während ein Teil der Schüler anschließend im Labor Wasserproben untersuchte, besuchten die anderen ein Museum über die politische Streikbewegung. Bei einem Abendessen aus traditionellen polnischen Teigtaschen, sog. Pirogen, konnten sich alle über ihre Erlebnisse austauschen.

Auch die nächsten Tage boten Gelegenheit, um am Wochenprojekt zum Thema Wasserkontamination zu arbeiten, Wasserproben zu untersuchen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Darüber hinaus gab es ein umfangreiches Programm mit Einblicken in die Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Stadt. Highlights waren dabei ein Museum über den zweiten Weltkrieg, eine Stadtrallye durch Danzig und die Besichtigung der Marienburg in Malbork, die bis heute die größte Backsteinburg der Welt ist.

Das Thema Wasser bot aber nicht nur Möglichkeiten zur thematischen Auseinandersetzung auf wissenschaftlicher Ebene – auch Spiel und Spaß kamen natürlich nicht zu kurz: So genossen die Schüler am letzten Tag noch gemeinsame Zeit in einem Aquapark. Am Nachmittag trafen sich alle in der Schule, um die Gruppenergebnisse zu präsentieren. Anschließend war es nach einer sehr intensiven Woche auch schon Zeit, Abschied zu nehmen. Gestärkt mit Pizza für die Rückfährt und mit einer Woche unvergesslicher und wertvoller Erfahrungen im Gepäck machten sich die Trossinger Gymnasiasten auf die Rückreise, bereits in beidseitiger Vorfreude auf den Gegenbesuch im Mai.

Auch hier wird das Thema Wasser einen roten Faden bilden, sei es mit dem Besuch eines Wasserwerks oder mit Wasserproben aus dem Bodensee. Im Vordergrund steht aber natürlich die gemeinsame Zeit und das Anknüpfen an die Freundschaften, die im April wachsen durften. So bieten Schüleraustausche immer wieder wertvolle Gelegenheiten, über persönliche Grenzen hinauszuwachsen, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln und den eigenen Horizont zu erweitern.